Ausbildungs- und Unterstützungskompanie stellt den Sicherungszug für das Feldlager Prizren


Prizren/Regen.
Annähernd 1000 Kilometer trennen Prizren, mit rund 180 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Kosovo in Südosteuropa, und Regen. Dennoch verbindet diese beiden Städte die bald 20-jährige Historie des KFOR-Einsatzes. Schon 1999 waren die Regener Grenadiere bei der Befreiung des Kosovo mit an vorderster Stelle. In den Jahren darauf folgten immer wieder Einsätze der Regener im Kosovo.

Das Regener Panzergrenadierbataillon 112, das insgesamt acht Mal gefordert war, stellt auch aktuell die Kräfte für den Sicherungszug des Feldlagers Prizren. „Der Auftrag hat sich im Laufe der Zeit natürlich grundlegend geändert“, so Hauptfeldwebel Robert H. Er ist nach 2004 und 2006 bereits das dritte Mal im Kosovo. In den ersten Einsätzen nach dem Einmarsch in das Kosovo bestand die Aufgabe der KFOR-Soldaten vor allem in der Sicherung und Stabilisierung des noch jungen Friedens. Nach dem Bürgerkrieg galt es, die unterschiedlichen Volksgruppen und Ethnien zu befrieden und die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander zu schaffen. Nach und nach wurden die landeseigenen Sicherheitskräfte ausgebildet, die Verantwortung mehr und mehr an sie übertragen. Inzwischen ist deren Ausbildungsstand so hoch, dass KFOR nur noch in Extremfällen eingreifen müsste und damit als Basisabsicherung fungiert. Und wer in der Stadt Prizren unterwegs ist, dem begegnen nur noch selten KFOR-Soldaten.

Dennoch ist das Engagement und Wirken der KFOR-Soldaten weiterhin von enormer Bedeutung für das noch junge Land. Die rund 40 Regener Grenadiere stellen in Prizren den Sicherungszug. Die meisten von ihnen stammen aus der Ausbildungsunterstützungskompanie, die vor kurzem nach Cham umgezogen ist. Gemeinsam haben sie den Auftrag, sowohl das Feldlager in Prizren als auch eine Einrichtung von KFOR, die Stellung auf dem Berg Cviljen, zu sichern. Im Schichtbetrieb sorgen sie für die Sicherheit der Soldaten des Feldlagers. Nach 24 Stunden Dienst hat man 24 Stunden Regenerationszeit, im Anschluss ist man für 24 Stunden auf Bereitschaft.

Wie vielseitig die Regener Grenadiere sind, haben Vorhaben wie improvisierte Schießausbildungen oder die Unterstützung bei örtlichen Veranstaltungen deutlich gezeigt. Selbst langjährig gediente und erfahrene Soldaten des Kontingents konnten vom Wissensstand der Regener Grenadiere profitieren und ihre Schießleistungen deutlich verbessern.

Nicht nur politisch und ökonomisch hat sich im Kosovo vieles zum Positiven gewandelt. Die Infrastruktur, vor allem in den größeren Städten, hat enorme Fortschritte gemacht. Auch die Betreuung der Soldaten hat mit der stetig steigenden Technisierung der Gesellschaft Schritt gehalten. Musste man noch vor zehn Jahren in mehr oder weniger funktionierenden Telefonzellen mit den Angehörigen daheim kommunizieren, ist heute das Angebot an bundeswehrinternen und kommerziellen Netzanbietern groß. Jeder Soldat hat nach seiner Dienstzeit die Möglichkeit, sich zum Teil kostenlos über die verschiedensten Zugänge zum Internet nach dem Wohl seiner Lieben zu erkundigen. Dies hilft sehr, denn damit bleibt die Verbindung zur Familie erhalten.

Aber auch Sportinteressierte kommen bestens auf ihre Kosten. Mit zwei sehr gut ausgestatteten Fitnessräumen, einer ansprechenden Laufstrecke und einem Sportplatz mit Fußball- und Volleyballfeld ist im Lager für beinahe jeden das Richtige vor Ort.


Auch Regens Kommandeur Oberstleutnant Jan Mirko Schmidt unterstreicht, dass die Kombination von Freude beim Auftrag, guter Regeneration sowie Verbindung in die Heimat für das bestmögliche Wohl der Soldaten im Einsatz sorgt. Motivation und eine sehr gute Auftragserfüllung seien dann ebenso die logische Konsequenz, so Oberst Jochen Gumprich, der Kommandeur des deutschen Einsatzkontingents im Kosovo und somit auch oberster Vorgesetzter der Regener Grenadiere. Auch er zollt den Soldatinnen und Soldaten seinen Respekt. „Die Professionalität dieses Zuges habe ich besonders bei den Übungen und Feldlageralarmen gesehen. Hier kam es auf das infanteristische Können, aber auch auf die Führungsleistung von Gruppenführern und Zugführer an. Dies wurde bravourös gemeistert. Ich würde mit diesem Zug als meiner Lebensversicherung jederzeit wieder in den Einsatz gehen“, so die lobenden Worte von Oberst Gumprich. Trotzdem freut man sich auf ein Wiedersehen mit der Heimat. Fast haben es die Frauen und Männer von Hauptfeldwebel Robert H. schon geschafft. Mitte des Jahres kehren sie in den Bayerischen Wald zurück. Die Familien und Kameraden erwarten sie bereits sehnlichst.
bb 
Der Kosovo-Einsatz. Seit knapp 18 Jahren ist die Bundeswehr im Kosovo im Einsatz und ist Bestandteil der Nato-Sicherheitstruppe KFOR (Kosovo Force). In den vergangenen Jahren ist die Stärke der Bundeswehr im Kosovo kontinuierlich reduziert worden. Gegenwärtig tun rund 520 Soldaten der Bundeswehr im Kosovo Dienst, 63 davon sind weiblich, 48 Reservisten. Zur aktuellen Lage im Kosovo berichtet das Bundesverteidigungsministerium ganz knapp: „Keine berichtenswerten Ereignisse.“

Quelle: Florian W., Bundeswehr