Bataillonskommandeur Oberstleutnant Jan-Mirko Schmidt:

„Wir freuen uns über die Unterstützung engagierter Reservisten“

Premiere: Wichtiges Führungs- und Funktionspersonal zu einer Kurzdienstleistung eingeladen

Schützenpanzer Puma – Infanterist der Zukunft – Aktuelle Situation und Vorhabenübersicht

Regen (hau). Erstmalig hat der Kommandeur des Regener Panzergrenadierbataillons 112, Oberstleutnant Jan-Mirko Schmidt einen ausgewählten Personenkreis des Führungs- und Funktionspersonals der eingeplanten Reservisten des Bataillons zu einer Kurzdienstleistung (früher: Wehrübung) übers Wochenende eingeladen. Im Mittelpunkt standen dabei neben dem neuen Haupt-Waffensystem, dem Schützenpanzer Puma und der persönlichen Ausstattung der Soldaten im Rahmen „Infanterist der Zukunft“ (IdZ), die aktuelle Situation und die geplanten Vorhaben der Regener Soldaten.

Oberstleutnant Jan-Mirko Schmidt freute sich sichtlich die eingeladenen Reservisten des Bataillons im Offiziersheim begrüßen zu können. In einem Einführungsvortrag gab er den Anwesenden einen Überblick über die aktuelle Situation im Bataillon. Überrascht waren einige über die zahlreichen Baumaßnahmen, die zu einem Teil bereits angelaufen sind, sich aber aufgrund des Umfanges auch über die nächsten Jahre hinaus erstrecken werden. So wird unter anderem der komplette Führungsstab vom vertrauten Stabsgebäude gleich nach dem Schlagbaum in ein größeres Gebäude innerhalb der Kaserne, voraussichtlich bereits im kommenden Jahr, umziehen. Im bisherigen Stabsgebäude wird das „Haus der Betreuung“ Einzug finden. Die Kompaniegebäude werden nach und nach saniert bzw. abgerissen und als reine Unterkunftsgebäude neu gebaut. Die Büroräume der vier Kompanieführungsgruppen werden dann in zwei separaten Gebäuden untergebracht sein. In einer zentralen Waffenkammer sollen künftig Waffen und sicherheitsempfindliches Gerät des Bataillons eingelagert werden. Auch im Instandsetzungsbereich sind zahlreiche Umbauten, nicht zuletzt aufgrund des neuen Hauptwaffensystems, dem Schützenpanzer Puma, erforderlich. Den Puma bezeichnete Oberstleutnant Schmidt als „Quantensprung der Technik“, der auch eine völlig andere und umfangreichere Ausbildung in der Panzergrenadiertruppe nach sich ziehe. Die Technik und die Ausbildung der Soldaten werden sich dabei in den nächsten Jahren gemeinsam kontinuierlich weiterentwickeln, zeigte er sich überzeugt. Auch die persönliche Ausstattung des einzelnen Soldaten mit dem System „Infanterist der Zukunft“ mache eine wesentlich komplexere Ausbildung der Panzergrenadiere erforderlich. So werde sich alleine die Ausbildungszeit von bisher rund acht Wochen auf sechs Monate verlängern. Doch am Ende habe man den Schutz der Soldaten und ihre Fähigkeiten ganz erheblich gesteigert, ist Oberstleutnant Schmidt überzeugt. Dabei ist auch die körperliche Fitness mehr denn je gefragt. So trägt der Soldat künftig bis zu 35 kg an persönlicher Ausrüstung, je nach modularer Zusammenstellung, durch die Gegend. Einen kleinen Eindruck bekamen die Teilnehmer anschließend davon auf der Standortschießanlage. Obwohl die Schutzweste nur 20 kg wog, sorgte sie für zusätzliche Schweißtropfen. Auch in Stellung liegend hinter dem neuen Maschinengewehr MG 4 musste man sich an die ungewohnte Weste erst einmal gewöhnen. Den größten Unterschied empfanden manche Teilnehmer jedoch beim Stehend-Anschlag mit dem Gewehr G36. Nicht mehr seitlich zum Ziel sondern frontal in geduckter Haltung in Anschlag zu gehen, da hier die Schutzwirkung der Weste am wirksamsten ist, war extrem gewöhnungsbedürftig. Doch durch die Hilfestellungen der versierten Ausbilder der 4.Kompanie erfüllten am Ende alle die einzelnen Schießübungen. Einen kleinen Eindruck von der Leistungsfähigkeit des Schützenpanzers Puma bekamen die Reservisten bei der Einweisung und der sich anschließenden Fahrt auf dem Standortübungsplatz. Breiter und höher als sogar der Kampfpanzer Leopard, ausgestattet mit einer 30mm Kanone, die mit ihrer stabilisierten Waffenanlage auch den Feuerkampf aus der Bewegung ermöglicht, stand er imposant vor den Teilnehmern. Dass er dabei mit seinen 1088 PS auch mit dem Kampfpanzer Leopard jederzeit mithalten kann, wurde bei der Fahrt über den Standortübungsplatz deutlich.

Der Kreisorganisationsleiter der Kreisgruppe Bayerwald der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, Josef König zeigte die unterschiedlichen Möglichkeiten einer Beorderung und Reservistendienstleistungen auf Reservistendienstposten auf; gab aktuelle Informationen und Änderungen bekannt und informierte über die Arbeit des Reservistenverbandes. Zum Abschluss der dreitägigen Kurzdienstleistung gab Oberstleutnant Schmidt einen Überblick über die bevorstehenden Aufträge und die vielfältigen Aufgaben des Bataillons in diesem und im nächsten Jahr und zeigte dabei Möglichkeiten und Zeiträume für Reservedienstleistungen durch die beorderten Reservisten auf. „Wir freuen uns auf ihre Unterstützung!“ betonte er. Alle Teilnehmer waren sich am Ende einig: Eine gelungene Veranstaltung die auch künftig einmal jährlich durchgeführt werden sollte, damit man die Kontakte noch besser halten kann und über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufendem bleibt.

 

Quelle: Markus Hauf

Foto: Markus Hauf

Die teilnehmenden Reservisten mit ihren Ausbildern auf der Standortschießanlage.