Artikel vom: 06.07.2011 auf www.trp1.de                           Befehl, Gehorsam, Geschwindigkeit und Disziplin – daran hat sich bei der Allgemeinen Grundausbildung der Bundeswehr nichts geändert.

Neu ist: keiner der hier in der fünften Kompanie des Panzergrenadierbataillons 112 in Regen angetretenen Soldaten wurde vom Staat zum Dienst an der Waffe gerufen. Das war noch vor sechs Monaten anders, als die Wehrpflicht noch nicht ausgesetzt war. Denn für diejenigen, die einen Einberufungsbescheid bekommen hatten, gab es nur wenig Auswege, die meisten “mussten” dann einfach nur zum Bund.

Die 125 “Neuen” in Regen sind erstmals alle aus freien Stücken Soldat – ob freiwillig Wehrdienstleistende oder Soldaten auf Zeit. Im Panzergrenadierbataillon 112 in Regen, genauer gesagt in der fünften Kompanie, werden ihnen die nächsten drei Monate alle soldatischen Grundfertigkeiten vermittelt. Danach gehen die dann zum Gefreiten beförderten gemäß ihrer Verwendung in die sieben Bataillone der gesamten Panzerbrigade 12. Beispielsweise kommen 13 von ihnen nach Freyung ins Aufklärungsbataillon 8.

Zu Wehrpflichtzeiten hatte die Brigade gut 500 Grundwehrdienstleistende – es “fehlen” also knapp 400 Mann. Die Truppenstärke konnte trotzdem aufrecht erhalten werden: Zum einen durch Übernahmen von bereits dienenden Soldaten zum Soldaten auf Zeit, zum anderen durch Verpflichtungsverlängerungen.

Zu den neuen freiwillig Wehrdienstleistenden gehören auch Alexander Kritzenberger, ausgebildeter Elektroniker und der frisch gebackene Abiturient Fabian Holmer. Eine Einwilligung zum Auslandseinsatz ist übrigens ab einer Verpflichtungszeit von 13 Monaten ein Muss.

Der Einstiegssold eines freiwillig Wehrdienstleistenden bewegt sich zwischen 780 und 1200 Euro auf die Hand, hinzu kommen Sachdienstleistungen wie Unterkunft und Verpflegung. Außerdem werden Heimfahrten über Bahnkarten ermöglicht und unter gewissen Voraussetzungen auch der Unterhalt gesichert. Die Kosten für die Einführung des freiwilligen Wehrdienstes liegen laut offiziellen Angaben bei rund 500 Millionen Euro. Die Wehrpflicht kann jedoch auch wieder aufleben, sollte ein Spannungsfall oder gar der Verteidigungsfall eintreten.