Oberstleutnant Jan Mirko Schmidt geht, Oberstleutnant Germar Lacher kommt

Regen. Der General Jörg See bekannte ganz freimütig, dass es sich etwas merkwürdig anfühlte, als er gestern mit Bürgermeisterin Ilse Oswald und Oberstleutnant Jan Mirko Schmidt, Kommandeur des Regener Panzergrenadierbataillons, die Front des angetretenen Bataillons abschritt. Nicht merkwürdig wegen der beißenden Kälte, auch nicht wegen der Begleitung durch eine Zivilistin. Es war die Ruhe beim Abschreiten, nur begleitet von Trommelschlägen. Die Blasmusiker des Heeresmusikkorps aus Ulm hatten vor der Kälte kapitulieren müssen. Das war die Premiere Nummer 1 bei diesem Kommandowechsel beim Panzergrenadierbataillon 112. Oberstleutnant Jan Mirko Schmidt, knapp drei Jahre lang Chef des Bataillons, übergab die Führung an Oberstleutnant Germar Lacher. Premiere 2: Wohl noch nie hatten die Regener Panzergrenadiere einen so jungen Kommandeur, Lacher ist 38 Jahre alt. In ähnlich jungem Alter war ein Regener Ex-Kommandeur, der gestern unter den Ehrengästen war, Brigadegeneral a.D. Hans Speidel, der Mitte der 1970er Jahre das Regener Bataillons kommandierte, damals war es noch ein Jägerbataillon.
Als er vor 976 Tagen Kommandeur in Regen geworden ist, da war er nervös, unsicher, wie Schmidt in seiner Rede vor seiner Truppe und vor vielen Ehrengästen bekannte. Aber so schnell und gut wie er in Regen angekommen und aufgenommen worden ist, schwand die Nervosität – und Schmidt konnte sich seiner größten Aufgabe in den 976 Tagen in Regen widmen: Der Einführung des neuen Waffensystems Puma und des Infanteristen der Zukunft. Eine ähnliche Aufgabe, wie sie sein Kommandeurs-Vorgänger Klaus Köppe − auch er war unter den Gästen – Anfang der 1980er Jahre erledigen musste. Damals kam der Schützenpanzer Marder. Und ältere Soldaten erinnerten sich daran, dass der in den ersten Jahren einige Gemeinsamkeiten mit dem neuen Puma hatte: Er lief noch nicht so richtig rund.

„Vielleicht hätte ich einige Tage mehr im Bataillon verbringen sollen und die eine oder andere Konferenz absagen“, meinte Schmidt rückblickend, der in seiner Ansprache die Regener Soldatinnen und Soldaten als „meine Truppe“ bezeichnete. Die Kommandoübergabe sei dem scheidenden Kommandeur gewidmet, wie Brigadekommandeur Jörg See sagte. Und es war nicht gerade wenig an Lob, das er Schmidt zukommen ließ. Vorbildlich habe der die Puma-Einführung gemanagt, habe Pioniergeist und Kreativität gezeigt und habe – bei allen Rückschlägen – mit dafür gesorgt, dass die Einführung des Puma zu einer Erfolgsgeschichte wurde. Gegenüber seinen Vorgesetzten sei Schmidt auch „ein kritischer Kopf gewesen; er wird mir fehlen, auch wenn er mich manchmal genervt hat“, so der General, der Schmidt wegen seiner Verdienste mit der Ehrennadel der Brigade auszeichnete. Beim anschließenden Empfang im Mannschaftsspeisesaal gab es für den scheidenden Kommandeur noch eine Ehrung. Der Stadtrat hatte beschlossen, ihn wegen seiner Verdienste um die Stadt Regen mit der Regener Lilie auszuzeichnen. Überreicht wurden Urkunde, Ehrennadel und Glasobjekt nach sehr persönlichen Dankesworten durch Bürgermeisterin Ilse Oswald.

Zur Person: Oberstleutnant Germar Lacher

Der neue Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 112 ist 1980 in Neustadt/Waldnaab geboren. Nach dem Eintritt in die Bundeswehr als Offiziersanwärter und der Offiziersausbildung studierte Lacher an der Bundeswehrhochschule in München und schloss als Diplom-Staatswissenschaftler ab. Nach dem Studium war er beim Panzergrenadierbataillon 122 in Oberviechtach Zugführer und Kompaniechef. Nach der Zeit in Oberviechtach ging er nach Northwood/England zu einer Nato-Kommandobehörde, in der er in der Ausbildung/Planung/Organisation tätig war. Anschließend war er in der G3-Abteilung der Panzerbrigade 21 in Augustdorf tätig, von wo er als Referent ins Bundesverteidigungsministerium wechselte. Wie sein Vorgänger Jan Mirko Schmidt ist auch Lacher ein „i.G.-Offizier“, ein Offizier im Generalstabsdienst. Daheim bei Germar Lacher hat nicht immer er das Kommando: Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Quelle: Michael Lukaschik (luk), Bayerwald-Bote