Förderverein will Gedenkstätte in der Bayerwald-Kaserne bauen − Elemente aus Mazar-e-Sharif werden integriert

(PNP) Regen. “Wir sind in den Einsätzen eng zusammengewachsen; wir wollen eine ehrenvolle Gedenkstätte für die Kameraden, die nicht mehr unter uns sind”, sagt Oberstleutnant Heiko Diehl, Kommandeur des Regener Panzergrenadierbataillons. Für dieses Gedenken an die gefallenen oder verunglückten Soldaten soll es bald einen würdigen und dauerhaften Platz in der Bayerwald-Kaserne geben.

“Hier kommt jetzt der Förderverein ins Spiel”, sagt der Kommandeur, denn bei der Bundeswehr gibt es keine Etats für Gedenkstätten in Kasernen. Der “Förderverein 18. Februar – Verein zur Unterstützung in Not geratener Soldaten des Standorts Regen e.V.” ist nach dem Anschlag des 18. Februar 2011 gegründet worden. Drei Soldaten des Bataillons sind damals in Afghanistan getötet worden. Georg Missulia, Konstantin Menz und Georg Kurat. Vorsitzender des Fördervereins ist gegenwärtig Günther Arend, bis vor kurzem Technischer Stabsoffizier des Bataillons, jetzt im Ruhestand.

“Wir wollen die Gedenkstätte über Spenden finanzieren”, sagt Arend und hofft dabei auch, dass er die Patengemeinden der Kompanien des Bataillons für Aktionen gewinnen kann. “Und es wäre ein starkes Zeichen für die Verankerung des Bataillons in der Region, wenn alle Gemeinden, nicht nur die Patengemeinden, Geld geben würden für die Gedenkstätte”, sagt Arend. Er hofft, dass die Gemeinden bei Aktionen die gelben Solidaritäts-Schleifen (siehe Kasten) verkaufen, den Erlös für den Bau zur Verfügung stellen, dass sich vielleicht auch Gemeinden spezielle Aktionen einfallen lassen, um Geld zu sammeln.

Der Finanzbedarf für die Gedenkstätte ist nicht klein, Arend rechnet mit einem höheren fünfstelligen Betrag für den Bau. Das Gelände muss entsprechend vorbereitet werden. Die Metallbauarbeiten sind aufwendig, der Weg, der zu der Gedenkstätte führt, muss präpariert und gepflastert werden, zum Konzept gehört auch die Bepflanzung der Erinnerungsstätte. “Pro Gemeinde im Landkreis 3000 Euro − und das Ding wäre gebaut”, meint Arend. Dass auch von außerhalb des Landkreises Unterstützung kommt, erzählt Arend auch. Die Krieger- und Reservistenkameradschaft Stephansposching (Landkreis Deggendorf) wird ein Benefizkonzert mit dem Heeresmusikkorps organisieren, der Erlös kommt dem Förderverein zugute.

Der Förderverein hat bereits ein Vermögen − aber das wird für diesen Erinnerungsbau nicht angetastet. “Das Geld, das der Verein bisher auf dem Konto hat, wird nur für die Unterstützung von Soldaten und deren Familien verwendet, die in Not geraten sind”, versichert Arend, das Geld für den Gedenkstättenbau geht auf einem eigenen Konto ein.

Die Pläne für die Gedenkstätte (siehe Planskizze) stehen schon, entstehen soll sie auf der Fläche, auf der in der Kaserne jetzt schon die Totenbretter und der Gedenkstein stehen.

Ein Rund aus Cortenstahl-Stelen, zu dem ein Weg aus Granitplatten führt, soll zum Nachdenken anregen. “Was ist denn das? Um was geht es hier denn? − diese Gedanken sollen dem Betrachter in den Sinn kommen”, sagt Arend zu dem Entwurf, der von Armin Kiendl stammt.

Gegenwärtig gibt es im Feldlager Mazar-e-Sharif in Afghanistan eine Gedenkstätte der Bundeswehr. In der Stätte finden sich auch die Namen der getöteten Regener Soldaten, gestaltet ist sie mit einem Glaskunstwerk des Regeners Manfred Homolka. Die Gedenkstätte wird mit dem Abzug der Soldaten aufgelöst, es wird eine zentrale Gedenkstätte der Bundeswehr in Potsdam geben.

“Aber wir wollen auch hier am Ort eine Stätte haben, die helfen soll, die Verstorbenen nicht zu vergessen”, sagt Arend. Für die Soldaten, aber auch für die Angehörigen, um die sich das Bataillon intensiv kümmert. Vor kurzem haben Angehörige der drei Gefallenen mit Hilfe der Bundeswehr nach Afghanistan fliegen können, konnten den Ort des Anschlags besuchen. “Die Familien sind im Bataillon gut aufgehoben”, sagt Arend, “und sie wollen auch etwas zurückgeben.” So ist Heidi Missulia, die Ehefrau des gefallenen Georg Missulia, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins 18. Februar.

Arend hat einen ehrgeizigen Zeitplan für den Bau der Gedenkstätte. Im Sommer soll das Gelände präpariert werden, über den Winter könnten die Metallarbeiten gemacht werden, im Frühjahr könnte alles montiert und bepflanzt werden. “Mein Traum wäre, dass ich die Anlage bei meiner Kommandoübergabe an meinen Nachfolger übergeben kann”, sagt Kommandeur Diehl, der im Frühjahr 2014, nach dem Afghanistan-Einsatz, das Bataillon verlassen wird. Gegenwärtig sind die Afghanistan-Soldaten noch im Urlaub, Ende Juni werden die ersten ins Einsatzland fliegen, “Ende Juli sind dann alle in Afghanistan”, so Diehl.

Wer für die Gedenkstätte spenden will, hier die Bankverbindung: Förderverein 18. Februar, Sparda-Bank Ostbayern, BLZ 750 90 500, Kontonummer: 100 456 090, Die Spenden sind steuerlich abzugsfähig, ab 200 Euro wird eine Spendenquittung ausgestellt, bei niedrigeren Spenden genügt der Überweisungsbeleg.

 

So stellt sich die Gedenkstätte in der Planskizze und in der Visualisierung dar.

Link zum Artikel: http://www.pnp.de/region_und_lokal/paid_content/landkreis_regen/regen/838130_Ein-wuerdiger-Ort-zum-Gedenken.html