Regen. August 2015. Der Jahrhundertsommer hat auch die Region des Bayerischen Waldes fest im Griff. Und das im positiven Sinne. Sommer, Sonne Sonnenschein wohin man sieht. Und das nicht nur für ein paar Tage. Für viele Jugendliche Ferien- und Urlaubszeit. Auch Jessica Spitzer aus Roding und Anna Wittmann aus Miltach genießen ihren Urlaub und ihre Ferien. Obwohl die beiden jungen Frauen rund 30km räumlich voneinander entfernt sind, liegen ihre Interessen für die nächsten Tage ganz nah beieinander. Beide interessieren sich für den Dienst bei der Bundeswehr und hegen noch so ihre Zweifel, ob dies wirklich die richtige Entscheidung für sie sein wird. So wie Ihnen geht es wohl vielen jungen Leuten, die aus Erzählungen von Familie, Freunden und Bekannten viel über Streitkräfte hören und erfahren. Doch auch die besten und detailliertesten Schilderungen können persönliche Erfahrungswerte nicht ersetzen. Aus diesem Grunde haben sie sich entschieden die Bundeswehr näher kennen zu lernen. Dies geht am besten beim Edelweiß Camp des Panzergrenadierbataillons 112. In knapp drei Tagen vermitteln die Regener Grenadiere den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter zwischen 16 und 20 Jahren einen facettenreichen Einblick in das Aufgabengebiet eines Soldaten. „Bundeswehr auf Probe“, so der Slogan. Um dies äußerst realitätsnah nah zu gestalten werden die Teilnehmer eingekleidet, beziehen Unterkünfte der Soldaten und lernen die verschiedenen Verwendungen am Standort kennen. Grenadierwesen, Stab und Instandsetzung zeigen hier das Kerngeschäft eines Panzergrenadierbataillons auf. Dies ist der Zeitpunkt, wo sich Jessica und Anna auch kennen lernen. Bei der Vorführung des Schützenpanzers Marder stehen sie Seite an Seite und kommen ins Gespräch. Dass beiden das Edelweiß Camp gefallen hat und sie in ihrer Absicht eine Karriere bei der Bundeswehr zu starten bekräftigte, zeigt sich erst knapp eineinhalb Jahre später, als sie im Januar 2016 ihren Dienst als Rekrutinnen in Regen antreten und wieder gemeinsam, diesmal an der Grundausbildung, teilnehmen. Die ersten Tage in der Kaserne bringen für sie die nächste Überraschung. Eine weitere Rekrutin ihres Zuges, Selina Hirsch aus Grafenau, war ebenfalls eine Teilnehmerin des Edelweiß Camps. Allerdings schon ein Jahr zuvor. Bisher hat sich der erste gute Eindruck, den die drei jungen Frauen im Alter von 18 und 19 Jahren bereits vor ihrer Soldatenzeit hatten, innerhalb ihrer Grundausbildung weiter verstärkt. „Die Gemeinschaft, das Gefühl dass jeder für jeden einsteht, ist schon wirklich etwas Besonderes, “ so Jessica Spitzer. In ihrer Ausbildungszeit im „Hotelgewerbe“ konnte sie schon so manche Erfahrungen mit Ausbildungen und Kollegen sammeln und kann objektiv Bilanz mit dem Arbeitgeber Bundeswehr führen. „Bisher bin ich vom Dienst begeistert, auch wenn er oft körperlich schon anstrengend ist. Insbesondere die Sanitätsausbildung hat mir sehr gut gefallen,“ so die junge Oberpfälzerin. Flexibilität, körperliche sowie geistige Anforderung, Schießen und Sport. Diese militärischen Grundanforderungen, die der Dienst stellt gefallen Anna Wittmann und Selina Hirsch. Beide sind nach Beendigung ihrer Schulzeit als Freiwillig Wehrdienstleistende zur Truppe gestoßen. „Ich finde die verschiedenen Berufsbilder, die die Bundeswehr aufzeigen kann besonders beeindruckend“, so Anna Wittmann.  Sie überlegt nach ihrer Rekrutenzeit den nächsten Schritt zu gehen und in die Offizierslaufbahn mit Studium zu wechseln. Auch Selina Hirsch möchte weiter bei der Bundeswehr ihren Weg gehen. Bis Ende April werden die drei jungen Frauen diesen noch gemeinsam beschreiten. Dann ist die Grundausbildungszeit schon wieder beendet. Für zwei von ihnen heißt es dann Abschied nehmen. Jessica Spitzer und Anna Wittmann werden das Bataillon in Richtung Pfreimd und Weiden verlassen. Doch dass die Welt oftmals klein sein kann haben alle drei schon im positiven Sinn erfahren. Wem würde es wundern wenn man bei einer Übung plötzlich wieder Seite an Seite steht.

Quelle: Wagner, Bundeswehr