Über 36 Jahre das Hauptwaffensystem der Regener Grenadiere

 

Regen. Die Bestandskorrektur bei der örtlichen Veränderung von Material wird seitens der Nachschubdienste in der Bundeswehr täglich wohl mehrere tausend Mal vorgenommen. Dass dieser Standartvorgang auch mit Emotionen verbunden sein kann, mussten am vergangenen Dienstag die Soldatinnen und Soldaten des Panzergrenadierbataillons 112 erfahren. Seit langem wird sehr viel über das neue Waffensystem der Panzergrenadiertruppe am Standort Regen, den Schützenpanzer Puma, berichtet. Der Schützenpanzer Marder ist dagegen schon fast in Vergessenheit geraten. Aber völlig zu unrecht. So war er knapp vierzig Jahre das Waffensystem der Regener Grenadiere, das Rückgrat der Panzergrenadiertruppe. Am 1. April 1981 wurde das bisherige Jägerbataillon 112 in das Panzergrenadierbataillon 112 umbenannt. Im Rahmen dieser Umgliederung wurde das Bataillon mit dem Schützenpanzer Marder ausgestattet. Damals zeichnete den Marder seine fortschrittliche, vielfältige Bewaffnung und Ausrüstung aus, deren Leistungswerte wegweisend waren. Mit der 20mm Kanone, dem Fliegerabwehrmaschinengewehr und den Lenkraketensystem Milan zur Panzerabwehr hatte er eine enorme Feuerkraft, die ihn in Verbindung mit seiner Beweglichkeit zu einer vorzüglichen und fortschrittlichen Waffe machten. In den folgenden Jahren erlebte man viel mit dem Marder. Er bewährte sich im Tagesdienstbetrieb, bei unzähligen Übungen und im Einsatz. 1999 beim Einmarsch in den Kosovo waren die Regener Grenadiere mit ihren Panzern ganz vorne mit dabei. Auch in den  Einsätzen 2008 sowie 2010/2011 in Afghanistan bewährte sich der Marder. Zusammen mit seinen Grenadieren war er immer „ganz vorne“ mit dabei und musste so manch harte Stunden ertragen. Der damalige Kommandeur der Regener Grenadiere, Oberstleutnant a.D. Klaus Köppe kann sich noch gut an die Einführung der Schützenpanzers Marder erinnern. Er konnte die ersten Marder im Bataillon begrüßen, durchlebte und formte die Umschulung auf das neue Waffensystem und meisterte die ersten Aufträge des Panzergrenadierbataillons 112. Demzufolge ließ er es sich auch nicht nehmen beim Abschied des letzten Marders sich dem Spalier der Regener Grenadiere anzuschließen. Dazu waren nämlich die Soldatinnen und Soldaten mit einem weinenden aber auch etwas lachendem Auge angetreten, als der letzte Marder die Bayerwald Kaserne verließ. Auch wenn mit dem Schützenpanzer viele Emotionen und positive Erinnerungen verbunden sind freut man sich aber ebenso auf sein Nachfolger, dem Schützenpanzer Puma. Und so verbleibt als Andenken nur ein Schützenpanzer Marder vor dem Stab, um an die vielen Jahre Dienstzeit zu erinnern.

Verfasser:                          Florian Wagner

Bild:                                      Benedikt Heigl