„Runter von der Bahn, los zum Antreten und rauf auf die Ski“, so die treffenden Worte von Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Michael Torger auf die Frage seines neuen S3Stabsoffiziers, Major Lars Birner, welche Schwerpunkte denn derzeit anstehen. Am zurückliegenden Freitag war es nämlich wieder soweit. Torger konnte die Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Mitarbeiter, weitere Gäste und neu zu versetzte Soldaten des Panzergrenadierbataillons 112 anlässlich des Appells zum zweiten Quartal 2015 begrüßen. Schon der ungewöhnliche Zeitpunkt für diesen Appell zeigt die derzeitige Auslastung des Bataillons. Zum Ende der Kalenderwoche 6 hatte man den Aufenthalt auf dem Truppenübungsplatz Bergen erfolgreich beendet. (wir berichteten) Doch eine lange Nachbereitungszeit war den Regener Grenadieren nicht vorbehalten. So stand mit den Internationalen Divisionsskimeisterschaften das sportliche Großereignis vor der Haustür. Dies bindet erfahrungsgemäß einen Großteil der Soldaten. Gilt es doch dieses traditionelle Wintersportevent der besonderen Art erfolgreich und explizit vorzubereiten, durchzuführen sowie nachzubereiten. Parallel zur heißen Phase der Vorbereitung standen aber mit der Durchführung des jährlichen Gedenkappells anlässlich der tragischen Geschehnisse um den 18. Februar, der Sicherheitspolitischen Informationsveranstaltung am 19. Februar (wir berichteten ebenfalls) und des Appells am 20. Februar weitere Großereignisse an. Am 18. Februar gedachte man im Rahmen eines Gedenkappells vor dem Ehrenmal des Bataillons in der Bayerwald-Kaserne mit anschließender Kranzniederlegung den am 18. Februar 2011 in Afghanistan gefallenen Regener Soldaten. Das dieses tragische Ereignis die Regener Grenadiere, die Bundeswehr sowie die Bevölkerung noch immer tief berührt zeigt auch der Besuch und die Teilnahme des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Herrn Hellmut Königshaus, der Beauftragten für Hinterbliebene der Bundeswehr, Frau Birgitt Heidinger und zahlreicher regionaler Vertreter der Geistlichkeit und der Politik. Auch sie zeigten mit ihren Besuch ihre Betroffen- und Verbundenheit mit den Regener Soldaten. Tags darauf fand mit der Sicherheitspolitischen Informationsveranstaltung ein weiteres Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt und des Landkreises Regen in der Bayerwald Kaserne statt. Den Abschluss dieser fordernden aber zugleich sehr eindrucksvollen Arbeitswoche bildete der Quartalsappell, der ganz im Zeichen des Wechsels von Führungspersonal stand. Zu Beginn seiner ergreifenden Rede ging Kommandeur Torger auf die bereits zurückliegenden, erfolgreich absolvierten Vorhaben ein und dankte allen Beteiligten zu ihren uneigennützigen, couragierten und vor allen Dingen tadellosen Leistungen. So hatte man erst kürzlich die Brigadegefechtsübung „Grantiger Löwe“ mit dem Bataillonsstab und drei Panzergrenadierkompanien zur vollsten Zufriedenheit aller absolviert. „Ein voller Erfolg, weil wir als Verband Hervorragendes geleistet haben“, so die lobenden Worte des Kommandeurs. Aber sein Blick ruhte nicht nur auf dem Vergangenen. Mit der bereits angesprochenen Internationalen Divisionsskimeisterschaft und der kommenden Einsatzverpflichtung im Kosovo wird das Jahr 2015 tiefgründig geprägt sein. Mit der standortgebundenen Einsatzvorausbildung wird man bereits im März beginnen. Abschließend wird man sich im Gefechtsübungszentrum des Heeres die letzten Sporen verdienen müssen, um bestmöglich ausgebildet in einen möglichen Einsatz gehen zu können. Mit dem möglichen Kosovo Einsatz wird sich für manchen Regener Grenadier auch ein Kreis schließen. Man war beim Einmarsch 1999 dabei, ebenso bei der geschichtsträchtigen Unabhängigkeitserklärung des Landes 2008. Der Kreis von Oberstleutnant Torger und Major Birner hat zu dieser Zeit allerdings begonnen. Sie waren von Januar bis Mai 2008 gemeinsam im Einsatz und haben eben diese Unabhängigkeitserklärung des Kosovo hautnah miterlebt. Damals noch als stellvertretender Bataillonskommandeur und stellvertretender Kompaniechef. Major Lars Birner ist im Bataillon kein Unbekannter, er war bereits von Juni 2006 bis September 2008 Angehöriger der 4./Panzergrenadierbataillon 112. Er folgt Major Ronny Setzepfandt. Major Ronny Setzepfandt war seit Juli 2010 Angehöriger des Bataillons. Anfangs als Kompaniechef der 1./Panzergrenadierbataillon 112, wechselte er bereits nach gut einem Jahr in den Bataillonsstab als S3 Stabsoffizier. In dieser Zeit hat er mit dem Bataillon die verschiedensten Großvorhaben geplant, geformt und durchgeführt. Und dies bis zuletzt. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass Major Setzepfandt in der einsatzbedingten Abwesenheit des Kommandeurs das Nachkommando des Bataillons 2013 über einen Zeitraum von sieben Monaten geführt hat. Sein weiterer Weg führt ihn in eine Stabsverwendung zu einer Ausbildungseinrichtung nach Pfullendorf. Der Dank für seine gezeigten Leistungen und sein Engagement bei den Bayerwald Grenadieren ist ihm allseits gewiss. Aber nicht nur er verlässt das Bataillon. Auch sieben weitere, zum Teil langjährige Leistungsträger, verlassen das Bataillon. Unter Ihnen Hauptmann Marcel Gatsche. Er war seit Oktober 2008 Angehöriger des Bataillons und hat seitdem die verschiedensten Verwendungen durchlaufen. Zuletzt als Kompaniechef der Ausbildungs- und Unterstützungskompanie, die er im Dezember 2014 übergeben hatte. Er wird im April in die zivile Wirtschaft wechseln und die Bundeswehr verlassen. Mit Hauptfeldwebel Kay Lüpke verlässt den Verband nach 18 Jahren Zugehörigkeit ein ebenso besonders verdienter Soldat. Er war zuletzt als Ausbildungsfeldwebel in der Gruppe Simulatoren eingesetzt und wird seine neue, förderliche und heimatnahe Verwendung beim Panzergrenadierbataillon 411 in Viereck antreten. Nach diversen Auszeichnungen von weiteren, verdienten Kameraden beendete Torger diesen bei herrlichem Sonnenschein stattfindenden Appell und verabschiedete die Soldaten mit den besten Wünschen für ein erholsames Wochenende.

 

Quelle: Wagner, Bundeswehr