Die Regener Panzergrenadiere und ihr neuer Schützenpanzer Puma auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr

von Michael Lukaschik, pnp.de

Regen/Grafenwöhr. Die Mischung aus Erleichterung und Freude war ihm anzusehen, Oberstleutnant Jan-Mirko Schmidt, als er da am Rand der 3000 Meter langen Schießbahn 117 stand, irgendwo auf dem riesigen Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Oberpfalz). Soeben hatte er einem Team des US-Soldaten-Fernsehens ein Interview gegeben. Pflichtschuldig den Übungsplatz gelobt, der von den US-Soldaten betreut wird; und dann beschrieben, warum diese Übung die gerade beendet worden ist, so eine große Besonderheit für die Soldaten aus Regen war.

Zum ersten Mal haben Regener Panzergrenadiere mit ihrem neuen Schützenpanzer Puma (Stückpreis rund zehn Millionen Euro) im Rahmen einer Übung scharf geschossen. Und es rummst schon richtig, wenn die 30-Millimeter-Bordkanone abgefeuert wird. „Alle Ziele im ersten oder zweiten Schuss getroffen, das ist schon sehr gut“, zeigte sich Schmidt zufrieden. Genauso wie die beiden Generäle Brigadekommandeur Jörg See und Divisionskommandeur Bernd Schütt. Sie beobachteten die Übung auch von einem „Feldherrnhügel“ aus, vor dem sich die 3000 Meter lange Schießbahn erstreckt.

„Wir haben hier überwiegend Erstschusstreffer, mit der Bordkanone des Marder musste man sich dem Ziel annähern“, beschreibt Richtschütze Atze G. den Unterschied, außerdem ist die Reichweite der Puma-Bordkanone doppelt so hoch wie bei der des Marders; und auch in voller Fahrt kann geschossen werden, weil die Bordkanone über ein Stabilsierungssystem verfügt. Bei aller Faszination für die Technik, muss sich der Beobachter dann doch immer wieder bewusst in Erinnerung rufen, was es bedeutet, wenn aus dem Funkgerät der Satz „Stellung vernichtet“ krächzt: dass im Ernstfall einige Menschen getötet worden wären.

Dass der Puma nicht nur Waffe, sondern auch das Transportfahrzeug für die Panzergrenadiere ist, das wird bei der Übung auch demonstriert. Die Klappe am Heck des Schützenpanzers geht auf, die sechs Soldaten springen aus dem Panzer, sichern und machen sich dann auf in den Wald, dahin, wo auch ein Puma-Panzer nicht mehr hinkommt. Das Ziel, ein Dorf einehmen, es wird A-Dorf genannt. Und auch hier wird scharf geschossen. Mit dem Maschinengewehr, mit dem Sturmgewehr G 36. Deshalb geht hinter den übenden Soldaten ein ganzer Pulk von Soldaten, die für die Sicherheit verantwortlich sind. Das Dorf ist erobert, die Soldaten, die zu Fuß gekämpft haben, springen wieder in den Puma. „Die Zeit, in der abgesessen gekämpft wird, sollte möglichst kurz sein“, wie den Zuschauern der Übung erläutert wird. Auch deswegen, weil der Infanterist der Zukunft – mit dessen Ausrüstung die Regener Grenadiere unterwegs sind – neben seiner Waffe und der Schutzausrüstung eine ganze Menge Elektronik mit sich herumträgt. Allein die Schutzweste wiegt 14 Kilogramm, die komplette Ausrüstung kann bis zu 23 Kilogramm schwer sein.

Am morgigen Freitag werden die Regener Soldaten, die in Grafenwöhr geübt haben, wieder nach Regen zurückkehren. Und die nächste Regener Kompanie nach Grafenwöhr aufbrechen, wieder wird dann scharf geschossen mit dem neuen Schützenpanzer, von dem mittlerweile 30 Stück in der Regener Kaserne stehen.


Regen 21. September 2017 – Der Bayerwald-Bote

Puma-Kommandant

Der Umstieg vom Marder auf den Puma ist nicht ganz leicht, der Puma ist wegen der vielen Elektronik deutlich anspruchsvoller in der Bedienung. Aber das Fahrgefühl ist deutlich besser als beim Marder, die Sicherheitsausstattung ebenso, außerdem ist er im Innern deutlich leiser als im Marder, der Marder hatte auch keine Klimaanlage.“Hauptfeldwebel Benjamin F.


Regen 21. September 2017 – Der Bayerwald-Bote

Puma-Fahrer

Der Puma ist ein bisschen größer als der Marder, hat aber einen kleineren Wendekreis, außerdem ist im Vergleich mit dem Marder schon ordentlich Zug dahinter, wenn man ihn fährt. Der Puma hat 1088 PS, der Marder hatte nur 600. Im Unterschied zum Marder hat der Puma kein Lenkrad, sondern einen Lenkgriff.“Hauptgefreiter Florian S.