Bei den Internationalen Skidivisionsmeisterschaften 2012 (IDSM) am Großen Arber hat er seinem Namen alle Ehre gemacht. Jäger Lukas Wasmeier, Sohn des erfolgreichsten deutschen Skirennfahrers der Nachkriegsgeschichte, Markus Wasmeier (48), belegte beim Riesenslalom in der Gesamtwertung den zweiten Platz. Mit gerade einmal 17 Jahren hat er auf der Piste schon ein gewaltiges Wörtchen mitzureden.

Seit Anfang Januar ist er als Freiwilliger Wehrdienstleistender bei der Bundeswehr. In diesem Alter ist das nur mit einer Sondergenehmigung und der schriftlichen Einverständniserklärung der Eltern möglich. Doch Lukas wollte unbedingt zur Bundeswehr. Da sein berühmter Vater Markus auch gedient hatte, war es nicht schwer, die Erlaubnis der Eltern zu erhalten. Lukas ist nun im Gebiergsjägerbatallion 232 in Bischofswiesen stationiert – genau so wie einst der Papa.

Bei der Bundeswehr sieht Lukas nach bestandenem Realschulabschluss für sich die besten Möglichkeiten, Beruf und Sportkarriere miteinander zu vereinen. “Mein Trainer Andreas Ertl ist ja bei der Bundespolizei, daher habe ich auch lange überlegt dorthin zu gehen, mich schließlich aber für die Bundeswehr entschieden”, sagt Lukas. Der Grund: Bei der Bundespolizei hätte er die Polizeiausbildung absolviert und wäre schließlich Polizist geworden, bei der Bundeswehr hingegen stehen ihm verschiedenste Ausbildungswege in unterschiedlichsten Berufen offen.

“Mich würde zum Beispiel eine Ausbildung zum Helikopterpiloten interessieren”, sagt Lukas. Er könne sich auf alle Fälle eine Feldwebel- oder Offizierslaufbahn vorstellen, möchte sich aber möglichst viele Wege offen halten. “Und die Ausbildung muss sich immer mit dem Sport vertragen”, fügt Lukas hinzu. Schließlich trainiert er täglich, um ähnlich erfolgreich zu werden wie sein Vater.

Die Gebirgsjäger bieten ihm dazu die optimalen Möglichkeiten. Zumal seine Freunde aus dem Skizirkus ebenfalls in seiner Einheit stationiert sind. Zusammen mit seinen Kameraden, dem Hauptgefreiten Dominik Homsek, der den Riesenslalom bei den IDSM für sich entschieden hat, und dem Gefreiten Valentin Egger, der den dritten Platz belegte, kann Lukas bei der Bundeswehr mehrere Stunden täglich trainieren. Die dauerhafte Konkurrenz einerseits und die Gemeinschaft andererseits fördern die Leistungen der jungen Soldaten.

Als Ziel für die nächsten drei Jahre hat sich Lukas vorgenommen, in das Europacup-Team des Deutschen SkiverbandesSein nächstes Ziel ist der Europacup (DSV) zu fahren. “Eine Teilnahme im Weltcup wäre natürlich der Traum”, schwärmt der 17-Jährige. Doch soweit will er vorerst nicht denken. “Ich setze mir lieber realistische Ziele”, sagt Lukas. Sein sportliches Vorbild ist sein Vater. “Aber ich bewundere überhaupt alle Fahrer im Weltcup. Das was die leisten, ist einfach klasse”, betont der Wasmeier-Spross.

“Wasmeier” – nicht immer sei es einfach, der Sohn des erfolgreichen Markus Wasmeier zu sein. “Am meisten nervt mich, wenn ich in einem Rennen gut war und die anderen dann sagen: Der muss es ja können. Das regt mich total auf, denn ich muss für gute Leistungen genau so hart trainieren wie die anderen. Ein Name macht noch lange keinen erfolgreichen Skifahrer”, ärgert sich Lukas. Doch insgesamt habe es mehr Vor- als Nachteile ein Wasmeier zu sein. “Meine Brüder und ich können viel von meinem Vater lernen, haben es bei der Sponsorensuche natürlich etwas einfacher und lernen viele Leute kennen, die sich im Skisport auskennen”, sagt der mittlere der drei Wasmeier-Jungs, der zu seinen Brüdern Markus (18) und Kilian (15) ein sehr gutes Verhältnis hat.

Die IDSM am Arber haben ihm gut gefallen. “Wir hatten diesmal wirklich hervorragendeLukas: “Ich bin gerne hier am Arber Bedingungen. Der Arber ist ansonsten ja eher für schlechtes Wetter bekannt.” Insgesamt sei der Arber aber eine hervorragende und durchaus anspruchsvolle Strecke. “Ich würde es auf alle Fälle gut finden, wenn am Arber wieder Weltcup-Rennen stattfinden, ich bin gerne hier”, sagt Lukas.

Wenn er gerade nicht auf Skiern steht oder trainiert, dann treibt es den jungen Wasmeier aufs Wasser. “Ich gehe gerne Windsurfen und Wellenreiten”, sagt Lukas. “Windsurfen geht schon ganz gut, beim Wellenreiten stehe ich noch recht wackelig auf den Beinen.” Oder er vertreibt sich die Zeit mit einer Runde Schafkopfen – abends mit seinen Kameraden auf der Stube, oder manchmal auch schnell zwischen zwei Renndurchläufen