Regen (hau). Dieser traditionelle Jahresabschlussappell in der Bayerwald-Kaserne war ein ganz besonderer: Neben dem Rückblick auf die Auftragserfüllung des zu Ende gehenden und dem Blick auf die künftigen Herausforderungen des neuen Jahres wurden 41 Soldaten, darunter eine Frau, zu ihrem Einsatz in das Kosovo verabschiedet. Unter der Führung von Hauptfeldwebel Robert H. werden die Bayerwaldgrenadiere ab Ende Januar für vier Monate unter anderem für die Sicherheit des NATO-Hauptquartiers sorgen.

Die Soldaten waren im großen Karree in der Bayerwald-Kaserne angetreten. Trotz nass-kaltem, etwas „schmuddeligem Winterwetter“, so Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Jan-Mirko Schmidt, freute er sich, neben den Familienangehörigen der Soldaten des Kosovo-Sicherungszuges, einer Abordnung des US-Patenbataillons aus Vilseck auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft begrüßen zu können.

Vielfältige Aufträge erfüllt

Der Rückblick auf das vergangene Quartal zeigte, dass die Soldaten in vielfältigen Bereichen gefordert waren. So befand sich das Führungspersonal des Bataillons zu einer taktischen Ausbildung an der Offiziersschule in Dresden; für die 2. und 3. Kompanie bildete intensiver Gefechtsdienst den Schwerpunkt; in der 4. Kompanie wurde die Ausbildung am System „Infanterist der Zukunft“ (IdZ) fortgesetzt, um damit auch die Voraussetzungen für die Umschulung am neuen Schützenpanzer PUMA im kommenden Jahr zu schaffen; die Ausbildungs- und Unterstützungskompanie bildete von 01. August bis Ende Oktober und seit 01. November erneut Rekruten in der Grundausbildung aus und der zu verabschiedende Sicherungszug bereitete sich über 3 ½ Monate hinweg intensiv auf den bevorstehenden Auslandseinsatz vor. Doch auch zahlreiche „Nebenaufgaben“ forderten die Soldaten: So musste man unter anderem bei verschiedenen Inspizierungen und Überprüfungen in den Bereichen: Militärischer und IT-Sicherheit sowie bei der Einhaltung der gesetzlichen Schutzaufgeben bestehen; zu Truppenbesuchen konnte man den Divisionskommandeur sowie den Bundestagsabgeordneten Alois Rainer (CSU) in der Bayerwald-Kaserne begrüßen; beim Blutspendetag in der Kaserne freute sich Oberstleutnant Jan-Mirko Schmidt über die hohe Spendenbereitschaft von 200 Soldaten. Das nicht nur die Regener Bayerwaldgrenadiere im militärischen Bereich sondern die gesamte Region aufgrund der: „…hervorragenden und beispielgebenden Integration“ der Soldaten in die Gesellschaft einen bundesweit hervorragenden Ruf genießt und dies kürzlich von der Bundesministerin der Verteidigung mit dem Preis „Bundeswehr und Gesellschaft 2016“ gewürdigt wurde, hob er besonders hervor.

Beförderung und Ehrungen

Die Auszeichnungen von besonders verdienten Soldaten unterstreiche die Leistungsbereitschaft des gesamten Bataillons, so der Kommandeur: Zum Oberfeldwebel wurde Steffen Kliesch befördert; mit der Bataillonsehrennadel in Gold wurden die Oberstabsgefreiten Stefan Fuhrich und Bartosch Böhler ausgezeichnet; die Bataillonsehrennadel in Silber erhielt Oberstabsgefreiter Hubert Junge; über einen Bestpreis freute sich Unteroffizier Alexander Arnold; mit einer „Förmlichen Anerkennung“ für ihre: „….herausragenden Leistungen“ wurden: Hauptmann Matthias Lampert, Hauptmann Werner Feilmeier, die Hauptfeldwebel Klaus Sollinger, Sebastian Busch, Christian Kranz, Florian Wagner und Hauptgefreiter Stefan Wimbauer ausgezeichnet. Für ihren: „…beispielgebenden, umsichtig-professionellen Einsatz“ als Unfallersthelfer bei einem Verkehrsunfall auf der Ruselstraße wurden Unteroffizier Nikolas Korten und Oberstabsgefreiter Chris Rautenberg ebenfalls mit einer „Förmlichen Anerkennung“ ausgezeichnet.

Schützenpanzer PUMA kommt – Ausbildungskompanie verlegt nach Cham

Das kommende Jahr steht ganz im Zeichen von drei Schwerpunkten: Erstens: Das neue Waffensystem der Panzergrenadiere, der Schützenpanzer PUMA kommt Mitte des Jahres nach Regen. Bevor jedoch die rund 30 Schützenpanzer in der Bayerwald-Kaserne eintreffen werden und damit die Ausbildung vor Ort möglich sein wird, sind zahlreiche Ausbildungen und Einweisungen am Ausbildungszentrum in Munster zu absolvieren. Zweitens: Die Ausbildungs- und Unterstützungskompanie wird ab Februar nach Cham verlegen und hier ab Mai mit der Grundausbildung der Rekruten beginnen. Nach wie vor jedoch wird die Kompanie dem Regener Panzergrenadierbataillon 112 unterstellt sein. Und drittens: Der Auslandseinsatz eines Sicherungszug im Kosovo.

41 Soldaten verlegen in das Kosovo

Ab Ende Januar verlegen 41 Bayerwaldgrenadiere als Sicherungszug in das Kosovo. Die Soldaten haben eine intensive und umfassend-vorbereitende Ausbildung hinter sich, die sie mit einer einwöchigen Abschlussübung im Bereich der „Sicherung von Objekten“ am VN-Ausbildungszentrum in Hammelburg erfolgreich beendeten. Zahlreiche Soldaten verfügen bereits über Einsatzerfahrung. Auch der verantwortliche Zugführer, der 34jährige Hauptfeldwebel Robert H. kann bereits auf mehrere erfolgreiche Auslandseinsätze zurückblicken. Gemeinsam werden sie das Feldlager Prizren im Kosovo absichern. Mit ihrem Einsatz führen sie fort, was unter der Beteiligung von Regener Soldaten vor 17 Jahren mit dem Einmarsch in das Kosovo begonnen hatte, so Oberstleutnant Jan-Mirko Schmidt.

Als „ein sichtbares Stück Heimat“ übergab Teisnachs Bürgermeisterin Rita Röhrl, für die Patengemeinde der Kompanie, ein Ortsschild, dass den Lagerbereich kennzeichnen wird.

Nach Abschluss des militärischen Appells zelebrierte Militärgeistlicher Hans Rückerl eine Andacht am Ehrenmal bevor man zum gemütlichen Teil, der Weihnachtsfeier des Bataillons, überging.

 

Quelle: Hauf